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Freitag, 11. September 2026

Flockenhexe

 

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Der Flockenstielige Hexenröhrling (Neoboletus luridiformis), der unter Pilzsammlern auch liebevoll Flockenhexe oder Schusterpilz genannt wird, zeichnet sich durch seine spektakuläre Farbumwandlung aus. Auf Druck oder bei Verletzung verfärbt sich das gelbe Fleisch innerhalb von Sekundenbruchteilen tief tintenblau bis schwarzblau. Verantwortlich dafür ist die in den Zellen befindliche Variegatsäure, die in Verbindung mit Sauerstoff und Enzymen das sogenannte Hydroxychinonmethid entstehen lässt, dessen Anionen das Licht absorbieren. Dies dient vermutlich als Fraßschutz, da sich durch diese Reaktion Pilzproteine vernetzen und dadurch der Pilz für Schnecken und Maden schwerer verdaulich ist.

Flockenhexe — www.kunstvomfeld.de #hexenröhrling #pilzesammeln #naturfotografie #mushroomphotography #truehdr

Freitag, 12. Juni 2026

Scheinerdbeere


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Die Indische Scheinerdbeere (Potentilla indica) sieht zum Anbeißen aus – leuchtend rot und kugelig. Doch wer hineinbeißt, erlebt eine wässrige Überraschung: Sie schmeckt fad und ein wenig nach Melone. Im Gegensatz zur Erdbeere hängt ihr Frucht nicht nach unten, sondern reckt sich nach oben. Ihre Blütenblätter sind im Vergleich zu denen der Erdbeerblüten nicht weiß, sondern gelb gefärbt. Botanisch gehört das ursprünglich in Südasien beheimatete und als Zierpflanze importierte Rosengewächs zu den Fingerkräutern und ist damit nur eine entfernte Cousine der Walderdbeere – grundsätzlich aber ungifitg und essbar.

Scheinerdbeere — www.kunstvomfeld.de #scheinerdbeere #pflanzenwissen #wildpflanzen #naturliebe #truehdr

Freitag, 15. Mai 2026

Mutterglück

 

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Elche (Alces alces) sind mit einer Schulterhöhe von bis zu 2,30 Metern und einem Gewicht von über 400 Kilogramm die größte lebende Hirschart. Die hervorragenden Schwimmer bringen nach 8 Monaten Tragzeit im Frühjahr meist ein, manchmal auch zwei Kälber zur Welt. Durch die fettreiche Muttermilch verdoppelt sich das Geburtsgewicht von rund 10 kg bereits innerhalb der ersten drei Wochen. Elchkühe sind in dieser Zeit deutlich aggressiver als die Bullen und verteidigen ihren Nachwuchs mit gezielten Tritten ihrer Vorderhufe, die sogar Bären oder Wölfe töten können.

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Freitag, 8. Mai 2026

Duftfächer

 

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Maikäfer (Melolontha) tragen fächerförmige Fühler, mit denen sie Gerüche wahrnehmen können. Die handförmigen Fächer der Männchen besitzen sieben Lamellen mit insgesamt etwa 50.000 Geruchssensoren (Weibchen tragen sechs kleinere Lamellen mit etwa 9.000 dieser Nerven). Dabei können sie Duftstoffe von zerkauten Pflanzensäften und Pheromonen, die die Weibchen verströmen, aus mehreren hundert Metern Entfernung wahrnehmen. Die hochsensiblen Geruchsorgane können bei Gefahr oder im Regen zusammengeklappt oder auf Partnersuche gezielt auseinandergespreizt werden. Der Maikäfer zeigt damit eindrucksvoll, dass selbst unscheinbare Tiere hochentwickelte Spezialwerkzeuge besitzen – man muss nur genauer hinsehen.

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Sonntag, 3. Mai 2026

Waldkind

 

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Eichen (Quercus) produzieren bis zu 50.000 Eicheln, die vielen Tieren als Nahrungsquelle dienen. Die Nussfrüchte fallen nach dem Abwurf im Herbst zunächst in eine Winterruhe (Dormanz). Durch die Winterkälte werden keimhemmende Hormone abgebaut, so dass bei zunehmender Wärme im Frühjahr zunächst die kleine Pfahlwurzel keimt und senkrecht in den Boden wächst. Gut verankert und mit Wasser versorgt, wächst dann auch der Spross nach oben. Bis zur Bildung von Blättern zur Fotosynthese dienen dabei die beiden Keimblätter (Eichelhälften) als „Rucksackbatterie“, um eingelagerte Nährstoffe für das Wachstum bereitzustellen. Die Keimblätter bilden häufig als Schutz vor UV-Strahlung rote Farbstoffe (Anthocyane).

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Freitag, 24. April 2026

Schwarzseher


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Der Waldkauz (Strix aluco) ist ein meisterhafter Jäger der Nacht. Seine schwarzbraun gefärbten Augen bieten ihm neben der guten Tarnung bei Dunkelheit die Möglichkeit, Restlicht wie ein lichtstarkes Teleobjektiv perfekt auf der Netzhaut zu bündeln. Bei völliger Dunkelheit kann er sich dazu auf sein feines Gehör verlassen, das ihm die Ortung seiner Beute sogar unter Laub oder Schnee ermöglicht.

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Freitag, 27. März 2026

Runzelkappe

 


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Die Böhmische Verpel (Verpa bohemica), auch Runzel-Verpel genannt, wird als Frühlingspilz oft mit Morcheln verwechselt, ist aber einfach zu unterscheiden. Ihr Hut ist im Gegensatz zu dem der Morcheln mit dem Stiel nicht auf ganzer Länge, sondern nur an der Spitze verwachsen. Dazu ist der Stiel – besonders bei jungen Exemplaren – wattig gefüllt. Der roh giftige Schlauchpilz ist grundsätzlich essbar, sollte aber wegen seiner Seltenheit (Rote Liste RL3) geschont werden.

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Freitag, 6. März 2026

Zweigstelle

 


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Der Uhu (Bubo bubo) ist die größte Eulenart der Welt. Weibchen können eine Flügelspannweite von bis zu 1,80 Metern bei einem Gewicht über 4 Kilogramm erreichen. Die Federohren am Kopf haben nichts mit dem Gehör zu tun. Sie dienen der Tarnung, der Kommunikation und helfen dabei, die Silhouette des Uhus im Geäst aufzubrechen. Die Federn des Uhus haben weiche, fein gefranste Ränder. Diese Struktur bricht den Luftstrom auf und dämpft das Fluggeräusch. Ein Uhu im Sturzflug ist für seine Beute praktisch komplett lautlos.

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Freitag, 20. Februar 2026

Eisiger Blick


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Der Eurasische Wolf (Canis lupus lupus) ist das größte lebende Raubtier aus der Familie der Hunde. Seine Beißkraft ist etwa doppelt so groß, wie die des Schäferhundes. Er lebt in einem Familienverbund (=Rudel), bestehend aus den Eltern und Nachkommen der letzten ein bis drei Jahre. Im 19. Jahrhundert war er bei uns vollständig ausgerottet und ist durch strenge Schutzmaßnahmen zurückgekehrt. Da er als Schlüsselart Rehe, Hirsche und Wildschweine jagt, verhindert er deren unkontrollierte Ausbreitung und fördert dadurch die Verjüngung des Waldes und damit die Artenvielfalt von Pflanzen, Insekten und Vögeln.

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Freitag, 13. Februar 2026

Winterling

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Der Winterling (Eranthis hyemalis) ist ein ursprünglich in Südeuropa beheimateter Frühblüher, der aus Zierpflanzenansiedlungen in begrenzten Beständen verwildert ist (=Stinsenpflanze). Das Hahnenfußgewächs enthält herzwirksame Glykoside, die bei Verzehr zu Übelkeit und im Extremfall zum Herzstillstand führen können. Durch seine frühe Blüte, die er aufgrund der Speicherung von Reservestoffen in seiner unterirdischen Wurzelknolle hervorbringen kann, ist er eine der ersten Nahrungsquellen für Hummeln und Bienen, deren Vorräte in den Bienenstöcken nach dem Winter fast aufgebraucht sind.

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Freitag, 23. Januar 2026

Samtfußrübling

 

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Der Gemeine Samtfußrübling (Flammulina velutipes) – ein Totholz-Zersetzer – bildet in der kalten Jahreszeit, wenn sich viele andere Pilze zurückgezogen haben, seine Fruchtkörper. Spezielle Proteine sorgen dafür, dass kleine Eiskristalle in seinen Zellen nicht wachsen können und sich damit der Gefrierpunkt herabsetzt. So kann er unbeschadet bei Tauwetter auftauen, weiterwachsen und seine Sporen verbreiten. Der nahe Verwandte des gezüchteten Enoki ist ein hervorragender aromatischer Speisepilz, der allerdings mit dem Gifthäubling einen tödlich giftigen Verwechslungspartner hat.

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Mittwoch, 14. Januar 2026

Farbkugel

 

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Das Rotkehlchen (Erithacus rubecula) ist nicht zuletzt aufgrund seiner geringen Fluchtdistanz einer unserer beliebtesten Gartenvögel. Im Winter stellen die Vögel ihr Gefieder auf, um Hohlräume zwischen Federn und Haut zu schaffen, da die eingeschlossene Luft ein schlechter Wärmeleiter ist und damit ähnlich wie eine Daunenjacke gegen die Außenkälte isoliert. Ein aufgeplustertes Rotkehlchen ist also nicht fett, sondern versucht aktiv, seine Körpertemperatur von etwa 40°C zu halten.

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Freitag, 2. Januar 2026

Wintergold

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Der Frost-Schneckling (Hygrophorus hypothejus) ist ein ausgezeichneter Speisepilz mit einem unscheinbaren grauen Hut und im Alter goldgelben, entfernt stehenden Lamellen, der häufig in Massen auftritt. Der strenge Mykorrhizapartner der Kiefer erscheint oft erst nach den ersten Nachtfrösten im Spätherbst und nutzt diese ökologische Nische, in der kaum noch Konkurrenz durch andere Pilze herrscht. Seine viskose Schleimschicht schützt ihn vor Austrocknung und dient als Frostschutz.

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Freitag, 19. Dezember 2025

Tropfsteinwand

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Die Gelbe Braunfäuletramete (Antrodia xantha) ist ein faszinierender Pilz, der oft übersehen wird, weil er sich meist auf Nadelholz als dünne Schicht (=resupinat) ausbreitet. Der anfangs zitronengelbe Pilz bildet erst im Alter kleine Hüte mit Poren. Er baut im Holz Zellulose ab, lässt das brüchige dunklere Lignin zurück und erzeugt durch diese Braunfäule charakteristische, dunkelbraune Würfel (den sogenannte Würfelbruch). Im Wald ist das ein wichtiger Prozess, um Nährstoffe zurück in den Boden zu führen.

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Freitag, 5. Dezember 2025

Fächerkoralle

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Der Gemeine Spaltblättling (Schizophyllum commune) ist ein Folgezersetzer und Wundparasit auf verschiedenen Laub- und Nadelhölzern, der im Holz Weißfäule erzeugt. Seinen Namen verdankt er den spaltförmigen Lamellen (=Blättern), die sich bei Trockenheit schließen. Erst bei ausreichender Feuchtigkeit gibt er durch Öffnen dieser Kammern die Sporen zur Ausbreitung frei. Es gibt Berichte, dass die eingeatmeten Sporen des Pilzes bei immungeschwächten Personen zu Mycelwachstum in deren Lunge und anderen Organen geführt haben sollen.

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Freitag, 28. November 2025

Wolfsheulen


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Der Tundrawolf (Canis lupus albus) ist durch sein helles Fell in den schneebedeckten Gebieten zwischen Finnland und Kamtschatka bestens getarnt. Sein anfangs noch braunes Fell, das immer weiter verblasst, tarnt die Welpen gut im Bau und absorbiert besser die Wärme. Das Heulen der Wölfe wird im Rudel wie ein Schlachtruf zur sozialen Bindung eingesetzt, dient aber auch zum Wiederfinden, der Partnersuche und zur Revierverteidigung. Wölfe heulen nicht den Mond an, sondern jagen und kommunizieren durch ihre Dämmerungsaktivität im hellen Mondlicht häufiger. Den Kopf legen sie dabei in den Nacken, um den Schall besser verbreiten zu können.

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Freitag, 21. November 2025

Tropfsteinhöhlen

 

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Der Dornige Stachelbart (Hericium cirrhatum) ist ein Pilz, der meist zwischen August und November an Jahre altem morschem Holz abgestorbener Buchen oder Birken zu finden ist und dort Weißfäule auslöst. Im Gegensatz zu anderen Stachelbärten bildet er konsolenförmige seitlingsähnliche Hüte aus, die mit den kleinen namensgebenden Dornen besetzt sind. Die Sporen werden an den unzähligen Stacheln auf der Unterseite gebildet. Er gilt als grundsätzlich essbar, sollte aber aufgrund seiner Seltenheit und Gefährdung (Rote Liste G3) geschont werden.

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Freitag, 14. November 2025

Totentrompeten

 

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Die Totentrompete (Craterellus cornucopioides) ist eine Pilzart aus der Ordnung der Pfifferlingsartigen. Ihr Name stammt von der trompetenförmigen Form und dem vermehrten Auftreten der Fruchtkörper zumeist um die Totengedenktage Anfang November. Sie bevorzugt kalkreiche Böden unter Buchen – also ähnliche Habitate, wie sie über Jahrhunderte an Bestattungsplätzen herrschten, da die Leichname in den Grablöchern mit gelöschtem Kalk bedeckt wurden. Entgegen der düstereren Bezeichnung duftet die Herbsttrompete, wie sie auch genannt wird, nach Aprikosen und ist ein aromatischer Speisepilz.

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Freitag, 31. Oktober 2025

Herbsttöne


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Der Violette Lacktrichterling (Laccaria amethystina) ist ein durchgängig violett gefärbter Pilz, der gerne in Symbiose mit Buchen aber auch anderen Laub- und Nadelbäumen wächst. Bei Trockenheit und im Alter kann er grau-weißlich verblassen und auch bräunliche Farbtöne annehmen. Er ist grundsätzlich essbar, reichert aber gerne Schwermetalle, insbesondere Arsen an, so dass er besonders auf belasteten Böden nicht gesammelt werden sollte. Der Pilz ist ein schönes Beispiel dafür, dass die Lamellenfarbe – besonders im jungen Stadium – kein Indiz für die Sporenpulverfarbe (in diesem Fall weiß) sein muss.

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Freitag, 17. Oktober 2025

Kuhmaul


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Der Große Schmierling (Gomphidius glutinosus) wird auch als Kuhmaul bezeichnet, da er jung von einer zähen Schleimhülle bedeckt ist. Der Mykorrhizapilz wächst gerne im sauren Nadelwald bei Fichten und ist meist nach ausreichenden Niederschlägen in Höhenlagen über 300m zu finden. Er gilt - besonders jung - als guter Speisepilz, wobei die Schleimschicht noch im Wald vor der Mitnahme entfernt werden sollte.

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