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Freitag, 24. Juli 2026

Igelfliege


Schon gewusst? 

Die Igelfliege (Tachina fera), ein friedlicher veganer Bestäuber, der gerne Nektar und Pollen von Doldenblütlern sammelt und durch seine Borsten auf dem Hinterleib an einen Igel erinnert, führte in seiner Kindheit ein grausiges Doppelleben. Aus dem Ei geschlüpft, bohrte sie sich als Larve in eine Raupe und ernährte sich zunächst von deren Körperflüssigkeiten und Fettzellen, um ihren Wirt am Leben zu halten. Später fraß sie deren lebenswichtige Organe auf, kroch aus ihrer Hülle und verpuppte sich am Erdboden. Aufgrund dieser Eigenschaften wird sie gerne in der forstlichen Schädlingsbekämpfung eingesetzt. 

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Freitag, 17. Juli 2026

Jungfernstieg


Schon gewusst?

Die Gemeine Becherjungfer (Enallagma cyathigerum) ist bei uns häufig in Wassernähe von langsam fließenden oder Stillgewässern anzutreffen. Ihren Namen verdankt sie einem schwarzen Fleck auf dem zweiten Hinterleibssegment der Männchen, das wie ein Weinglas oder ein gestielter Becher aussieht. Beeindruckend ist ihre Eiablage. Die Weibchen klettern dazu an Pflanzenstängeln bis zu 90 Minuten lang unter die Wasseroberfläche und legen 400 – 500 Eier ab. Da sie sich beim Auftauchen oft nicht von der Oberflächenspannung lösen können, werden sie häufig von den Männchen in Hoffnung auf eine Paarung am Nacken aus dem Wasser gezogen.

Jungfernstieg — www.kunstvomfeld.de #gemeinebecherjungfer #libellen #insektenfakten #naturbeobachtung #truehdr

Freitag, 3. Juli 2026

Vielflieger

 

Schon gewusst?

Die Hainschwebfliege (Episyrphus balteatus) imitiert farblich eine Wespe, ist aber aufgrund ihres fehlenden Stachels für uns Menschen völlig harmlos. Im Gegensatz zu Bienen oder Wespen besitzt sie nur ein einziges Flügelpaar, während das andere sich zu sogenannten Schwingkölbchen zurückgebildet hat und ihr wie winzige Gyroskope, die kleinste Drehungen messen, Stabilität verleiht. Der Rüttelflug (das Stehenbleiben in der Luft) mit rund 300 Flügelschlägen pro Sekunde verschafft ihr einen perfekten Überblick und ist im Zusammenhang mit abrupten Flugmanövern für ihre Fressfeinde ein Albtraum, da diese die Flugbahnen ihrer Beute meist vorausberechnen.

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Freitag, 5. Juni 2026

Lachsack

 

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Die Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera) lockt Insekten nicht mit Nektar an, sondern setzt auf sexuelle Täuschung. Ihre Blüte ahmt Optik und Duftstoffcocktail weiblicher Bienen perfekt nach, sodass paarungswillige Männchen bei der versuchten Kopulation unwissentlich Pollen übertragen. Die große evolutionäre Ironie daran ist jedoch, dass die Pflanze diese aufwendige Strategie in unseren Breiten kaum noch nutzt. Da die passenden Insekten oft fehlen, bestäubt sie sich fast ausschließlich selbst, indem sich ihre Pollenpakete gezielt auf die eigene Narbe biegen.

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Freitag, 29. Mai 2026

Zungenblüten

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Die Bocks-Riemenzunge (Himantoglossum hircinum) ist eine geschützte heimische Orchidee, deren Blüten einen strengen Geruch nach Ziegenbock verströmen. Ihre Blütenblätter bilden lange Zungen, die die Pflanze wie durch ausgerollte Teppiche für Wildbienen noch attraktiver erscheinen lässt (sog. „Zungenblüten“ sind aus botanischer Sicht übrigens nur bei den Korbblütlern zu finden). Durch die spiralförmige Drehung erreichen diese „Riemen“ trotz der geringen Biomasse mehr Stabilität. Als evolutionärer Clou verspricht die Nektartäuschblume durch Duft und Optik gewaltige Nektarmengen, hinterlässt auf ihren Besuchern aber nur klebrige Pollenpakete.

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Freitag, 8. Mai 2026

Duftfächer

 

Schon gewusst?

Maikäfer (Melolontha) tragen fächerförmige Fühler, mit denen sie Gerüche wahrnehmen können. Die handförmigen Fächer der Männchen besitzen sieben Lamellen mit insgesamt etwa 50.000 Geruchssensoren (Weibchen tragen sechs kleinere Lamellen mit etwa 9.000 dieser Nerven). Dabei können sie Duftstoffe von zerkauten Pflanzensäften und Pheromonen, die die Weibchen verströmen, aus mehreren hundert Metern Entfernung wahrnehmen. Die hochsensiblen Geruchsorgane können bei Gefahr oder im Regen zusammengeklappt oder auf Partnersuche gezielt auseinandergespreizt werden. Der Maikäfer zeigt damit eindrucksvoll, dass selbst unscheinbare Tiere hochentwickelte Spezialwerkzeuge besitzen – man muss nur genauer hinsehen.

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Freitag, 24. Oktober 2025

Stinkefuß


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Der Tintenfischpilz (Clathrus archeri) wurde Anfang des 20. Jahrhunderts aus Australien oder Neuseeland vermutlich über Schafwolle eingeschleppt. Der dort auch als Devil’s Finger (Teufelsfinger) bezeichnete Stinkmorchelverwandte bildet tentakelartige leuchtend rote Arme, auf denen die dunkle schleimige Sporenmasse gebildet wird. Der aasartige Geruch lockt besonders Fliegen an, die die Sporen aufnehmen, weitertragen und so für seine Verbreitung sorgen.

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Freitag, 1. August 2025

Hochzeitskleid


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Die Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) findet man inzwischen in einigen Regionen Deutschlands. Die Fangschrecke lauert gut getarnt unter anderem Heuschrecken auf, die sie im Bruchteil eines menschlichen Lidschlags erbeutet. Bevor sie ihre volle Körperlänge von 6 bis 8 cm erreicht, häutet sie sich etwa 6 bis 10 Mal. Nach der letzten Häutung (Adulthäutung) muss sie sich senkrecht mit dem Kopf nach oben positionieren, um ihre Flügel mit der Schwerkraft gerade aushärten zu lassen. Ihr jeweils neues Außenskelett (Exoskelett) ist anfangs noch weich und farblos und nimmt innerhalb weniger Stunden je nach Untergrund eine grüne, gelbliche oder braune Farbe an.

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Freitag, 25. Juli 2025

Scheininsekt

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Die Wilde Möhre (Daucus carota) bildet häufig in der Mitte ihrer weißen Blütendolde eine purpur-schwarze sterile Blüte aus, die als „Scheininsekt“ anderen Bestäubern signalisieren soll, dass hier viel Nektar bzw. Pollen ergattert werden kann. Wissenschaftler der Universität Bielefeld konnten sogar nachweisen, dass diese Optik einer scheinbar dunkelroten Galle vor dem Anflug der pflanzenschädigenden Möhrengallmücke schützt, da diese scheinbar schon befallen wirkt. Diese so genannte „Mohrenblüte“ verhalf ihr auch zu ihrem Namen. Schon in der Steinzeit wurde dieser Doldenblütler - die Wildform unserer heutigen Kulturmöhre - als Wurzelgemüse verwendet.

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Freitag, 4. Juli 2025

Blüteninsel


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Der Admiral (Vanessa atalanta) - einer unserer häufigsten Schmetterlinge -  verdankt seinen Namen den auffälligen Bändern auf den Flügeln, die an eine Marineuniform erinnern. Früher flog er im Herbst mehrere tausend Kilometer bis nach Nordafrika, überwintert aber seit der Jahrtausendwende zumeist auch bei uns.

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Freitag, 27. Juni 2025

Platzhirsch

 

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Der Hirschkäfer (Lucanus cervus) - unsere größte Käferart - frisst keine Blätter, sondern saugt mit seinen pinselförmigen Mundwerkzeugen (gerne von Hefepilzen vergorene) Pflanzensäfte und kann durch die darin enthaltenen Alkohole betrunken werden. Das aus den Oberkiefern umgebildete „Geweih“ der Männchen dient lediglich Rivalenkämpfen und zum Festhalten während der Paarung.
 
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Freitag, 13. Juni 2025

Eierwurf


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Das Weibchen des Großen Blaupfeils (Orthetrum cancellatum) bevorzugt für die Eiablage größere Gewässer mit sonnigen Sand- oder Kiesufern. Hier legt es die Eier im Alleingang ab. Andere Libellenarten werden auch von Männchen bewacht und/oder stechen ihre Eier mit einem Legestachel in ein Substrat.

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