Freitag, 26. Juni 2026

Storchschnabel


Schon gewusst?

Das Ruprechtskraut (Geranium robertianum) ist eine dieser Pflanzen, an denen man beim Waldspaziergang oft achtlos vorbeigeht. Charakteristisch bei allen Vertretern ihrer Gattung ist der namensgebende Storchschnabel, eine lange Spaltfrucht, die sich nach der Blüte durch Längenwachstum der Fruchtblätter bildet und durch explosionsartiges Aufreißen ihre Samen bis zu 6 Meter weit verteilt. Der unangenehm herbe Geruch, der beim Zerreiben ihrer Blätter entsteht und gerne zur Mückenabwehr genutzt wird, hat der Pflanze auch den Beinamen „Stinkender Storchschnabel“ eingebracht. Spannend sind auch die Blattgelenke an der Stielbasis ihrer Blätter, die es ihr ermöglichen, je nach Sonnenstand im Tagesverlauf die Blätter auszurichten und damit auch an schattigen Orten zu wachsen. 

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Freitag, 19. Juni 2026

Farbenflug


Schon gewusst?

Der Bienenfresser (Merops apiaster) gehört zu den farbenprächtigsten Vögeln, die in unseren Breitengraden brüten. Den Winter verbringt er in Savannengebieten im Süden und Westen Afrikas. Seine Lieblingsspeise – Bienen, Wespen und Hornissen – „entgiftet“ er, indem er seine im Flug gefangene Beute auf Zweige schlägt und über das Holz reibt, um Giftdrüsen und Stachel unschädlich zu machen. Durch die wärmeren Sommer leben inzwischen etwa 6.500 Brutpaare in Deutschland (2009 waren es noch rund 800 Paare). Sie graben bis zu 2 Meter tiefe Höhlen in steile Sand- oder Lehmwände, um dort 5-7 Eier abzulegen.

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Freitag, 12. Juni 2026

Scheinerdbeere


Schon gewusst?

Die Indische Scheinerdbeere (Potentilla indica) sieht zum Anbeißen aus – leuchtend rot und kugelig. Doch wer hineinbeißt, erlebt eine wässrige Überraschung: Sie schmeckt fad und ein wenig nach Melone. Im Gegensatz zur Erdbeere hängt ihr Frucht nicht nach unten, sondern reckt sich nach oben. Ihre Blütenblätter sind im Vergleich zu denen der Erdbeerblüten nicht weiß, sondern gelb gefärbt. Botanisch gehört das ursprünglich in Südasien beheimatete und als Zierpflanze importierte Rosengewächs zu den Fingerkräutern und ist damit nur eine entfernte Cousine der Walderdbeere – grundsätzlich aber ungifitg und essbar.

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Freitag, 5. Juni 2026

Lachsack

 

Schon gewusst?

Die Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera) lockt Insekten nicht mit Nektar an, sondern setzt auf sexuelle Täuschung. Ihre Blüte ahmt Optik und Duftstoffcocktail weiblicher Bienen perfekt nach, sodass paarungswillige Männchen bei der versuchten Kopulation unwissentlich Pollen übertragen. Die große evolutionäre Ironie daran ist jedoch, dass die Pflanze diese aufwendige Strategie in unseren Breiten kaum noch nutzt. Da die passenden Insekten oft fehlen, bestäubt sie sich fast ausschließlich selbst, indem sich ihre Pollenpakete gezielt auf die eigene Narbe biegen.

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